Viele der gängigen Ratschläge bei Konzentrationsproblemen sind kurzfristig hilfreich, aber langfristig zu oberflächlich. Einen Block Stunden in den Kalender eintragen, Benachrichtigungen abschalten, in Zeitblöcken arbeiten – das sind alles gute Maßnahmen. Aber sie adressieren die Symptome, nicht die Ursache.
Der Flow-Ansatz, mit dem ich arbeite, setzt tiefer an. Flow ist jener Zustand vollständiger, müheloser Konzentration, in dem Fähigkeiten und Anforderungen in einem perfekten Gleichgewicht stehen. Du bist weder unterfordert noch überfordert – du bist genau richtig gefordert. In diesem Zustand erlischt Ablenkbarkeit fast von selbst. Es braucht keine Willenskraft, fokussiert zu bleiben – der Fokus kommt von innen.
Um regelmäßig in den Flow zu kommen, müssen drei Dimensionen stimmen: der Körper, der Geist und die Emotionen. Das ist kein spirituelles Konzept, sondern ein neurobiologisch gut beschriebenes Zusammenspiel. Ein Körper, der ausgeschlafen, ausreichend bewegt und gut ernährt ist, bietet die physiologische Grundlage für Konzentration. Ein Geist, der klare Prioritäten kennt, frei von Informationsüberflutung ist und gezielte Tiefenarbeit übt, kann diese Grundlage nutzen. Und Emotionen, die reguliert und nicht verdrängt werden, stören nicht mehr den Zugang zu echter Fokussierung.
In meinen Coachings arbeiten wir deshalb immer an allen drei Dimensionen gleichzeitig – nicht mit einem Einheitsprogramm, sondern individuell abgestimmt auf die Person, ihre Situation und ihre Ziele. Denn was bei einer Führungskraft aus dem Vertrieb zu Konzentrationsproblemen führt, ist ein anderes als das, was einen Freelancer oder eine Teamleiterin im Gesundheitswesen blockiert.